Oper

Johannes Gutenbergs "Erfindung, die die Welt veränderte" schuf die Möglichkeit, Wissen in hoher Auflage und typographischer Akkuratesse herzustellen und zu verbreiten. Was bis dahin Monopol von Kirche und Obrigkeit war und mancherorts in Klöstern wohlgehütet wurde, wurde plötzlich allen Bevölkerungsschichten zugänglich. Der Grundstein für eine umfassende Basisbildung war gelegt. Heute ist unsere Gesellschaft ohne die Drucktechnik undenkbar, wenn auch mit den elektronischen Medien ein neues Zeitalter der Kommunikation angebrochen ist. Gerade deshalb ist es hochinteressant, sich Gutenbergs Zeitalter, Leben und Bedeutung erneut zu vergegenwärtigen und den ihn gewidmeten Denkmälern seiner Heimatstadt ein musikalisches hinzuzufügen.
Die Oper, ein Auftragswerk des Staatstheaters Mainz an den 1943 in Yorkshire geborenen Komponisten Gavin Bryars, zeigt Gutenberg in der entscheidenden Lebensphase: Einst aus Mainz vertrieben, kehrt er aus Straßburg nach langen Jahren des Exils zurück und macht sich daran, seine Erfindung in die Praxis umzusetzen. Dabei hat er nicht nur Geldsorgen, die ihn schließlich um den Erfolg bringen, sondern auch die Liebe klagt ihr Recht ein: Gutenberg wird zur tragischen Figur.